Marketing für Fotografen - Teil 1: Was ist Marketing?

Marketing für Fotografen Serie

In dieser Blog-Serie möchten wir euch Schritt für Schritt mit dem Bereich „Marketing für Fotografen“ vertraut machen. Uns ist aufgefallen, dass viele Fotografen nicht ausreichend Zeit haben, sich mit diesem breiten Thema zu befassen. Das Ziel der Serie ist deshalb, in möglichst knappen Worten einen tieferen Einblick in das Thema Marketing für Fotografen zu vermitteln.

Im ersten Teil beginnen wir mit einfachen Grundlagen. Mit dieser Basis können wir in späteren Blog-Beiträgen tiefer in einzelne Themen eintauchen. Für viele stellt sich wahrscheinlich die Frage, was der Begriff Marketing eigentlich alles umfasst.

Was ist Marketing?

Marketing wird oft mit Werbung verwechselt, was jedoch ein Fehler ist. Werbung ist nur ein kleiner Teil des breiten Begriffs Marketing. Marketing ist der Bereich, der sich mit der Vermarktung von Waren und Dienstleistungen befasst und beinhaltet alle Tätigkeiten, die den Verkauf von Produkten ermöglichen oder fördern (Definition Marketing). Marketing ist ein Teil der Wirtschaftswissenschaften und kann in den Grundlagen etwas theoretisch und „trocken“ wirken. Ihr werdet jedoch sehen, dass es mit etwas Hintergrundwissen und ersten Erfolgserlebnissen ein durchaus spannendes Thema sein kann! 

Im ersten Teil der Marketing Serie stellen wir zwei Theorien vor, die sich zwar etwas voneinander unterscheiden, sich aber nicht gegenseitig ausschließen. Der erste Ansatz ist dabei eher allgemein, der andere speziell von einem Fotografen für andere Fotografen formuliert.

Der Marketing Mix

Der Marketing Mix ist ein Bestandteil des klassischen Marketing und beinhaltet folgende vier Elemente:

  • Produktpolitik
  • Preispolitik
  • Kommunikationspolitik und
  • Distributionspolitik
Die folgende Grafik beschreibt die einzelnen Punkte noch einmal näher.

Marketing Mix für Fotografen

Beispiel: Ein Fotograf bietet ein Shooting an (Produkt) und verkauft die Fotos im Anschluss im Laden oder online (Distribution). Er hat sich auf hochpreisige Shootings in exklusiven Locations spezialisiert (Preis) und geht regelmäßig auf Lifestyle-Messen, um Kontakt zu potentiellen Kunden aufnehmen zu können (Kommunikation). Marketing beinhaltet also von der Überlegung „Welchen Markt möchte ich ansprechen“ über „Welche Produkte biete ich an“ bis zu „Wie erreiche ich mögliche Kunden“ alles. Wir werden in den nächsten Teilen der Serie versuchen, diesen roten Faden fortzuführen und jeden Teil des Marketing Mix etwas näher zu beleuchten.

Macht euch doch selbst einmal Gedanken: Wo stehe ich gerade? Welche Produkte biete ich zu welchen Preisen an? Wie gehe ich im Moment auf mögliche Kunden zu? Wer sind überhaupt meine Kunden? Bei vielen Fotografen ergibt sich die Spezialisierung ganz natürlich nach eigenen Präferenzen, andere halten lange am "Allrounder"-Dasein fest. Im nächsten Teil dieser Serie werden wir unter anderem näher auf diese Thematik eingehen. Eine beispielhafte Frage wäre, welche Vorteile die Spezialisierung für einen Portraitfotografen haben kann.

Die 4 Säulen des Marketing nach David duChemin

In seinem Buch „Biete Visionen – Leben und arbeiten als Profifotograf“ geht David duChemin einen anderen Weg. Er nennt eher "Grundregeln", an denen sich Fotografen für gutes Marketing orientieren sollten. Es ist meiner Meinung nach ein guter Ansatz für die Praxis für viele Fotografen, um auch ohne großen Aufwand bisher getätigte Marketing-Aktivitäten auf Effektivität zu prüfen und Anregungen zu sammeln. David duChemin benennt seine vier Säulen des Marketing wie folgt:

  • Kreativität
  • Kongruenz
  • Einheitlichkeit
  • Engagement
Er schreibt, dass Fotografen sich ausgefallen auf dem Markt präsentieren (Kreativität), gleichzeitig aber mit jedem Kontakt – Webseite, Logo, Portfolio – ihre Persönlichkeit vermitteln sollen (Kongruenz). Marketing-Aktivitäten sollen zueinander passen, aufeinander abgestimmt sein (Einheitlichkeit) und es muss Ausdauer bewiesen werden – es dauert eine Weile, bis man bei den möglichen Kunden im Kopf angelangt ist (Engagement).

4 Säulen des Fotografen Marketing

Wie seid ihr bisher vorgegangen, wenn ihr geworben habt? Habt ihr euch einen Plan gemacht? Habt ihr euch überlegt, wofür ihr steht und das auch versucht möglichen Kunden zu vermitteln? Welchen Wiedererkennungswert habt ihr, was hebt euch von der breiten Masse der Fotografen ab? Eine kritische Eigenbeurteilung eurer bisherigen Marketing-Aktivitäten kann euch vielleicht Aufschluss darüber geben, weshalb manches funktioniert hat und anderes nicht.

Die Marketing für Fotografen Serie

Im Bereich Marketing ist es ist schwer, fertige Kochrezepte anzubieten, die man 1:1 auf den Bereich seiner Wahl anwenden kann. Dafür ist jedes Segment der Fotografie (Hochzeits-, Baby-, Schulfotografie, …), jeder Fotograf, jede Region zu individuell. Wir möchten vielmehr beim Fotografen ein Bewusstsein dafür schaffen, welche Möglichkeiten es gibt, sich selbst und seine Bilder gezielt zu vermarkten. Seht diese Serie daher nicht als systematische Anleitung, sondern eher als Inspiration.

In den nächsten Teilen werden wir darauf eingehen, wie man als Fotograf den richtigen Markt für sich findet („Was biete ich für wen an?“), sich selbst als Marke etabliert und Werkzeuge wie Webseite, Blog und Facebook gezielt einsetzen kann, um Interesse bei potenziellen Kunden zu wecken.

Was wollt ihr in dieser Serie lesen? Wo seht ihr noch Informationsbedarf? Hinterlasst uns doch einen Kommentar – wir freuen uns!

Veröffentlicht unter: Berufsfotografie
Jan König

Über den Autor

Jan König

Jan ist seit November 2011 bei fotograf.de und für ein neues Projekt aus unserem Hause zuständig. Außerdem kümmert er sich um Marketing-Aktivitäten und den fotograf.de-Blog.