Social-Media-Marketing für Schul- und Kindergartenfotografen, Teil I:Facebook ohne Budget

Blog  »  Marketing & Business, 15. März 2019, Clara Biczkowski

Social Media ist heutzutage überall. Der eine scrollt in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit durch seinen Newsfeed, der andere liegt zu Hause auf dem Sofa und schaut Kochvideos. Die sozialen Netzwerke stillen unseren Durst nach seichter Unterhaltung, nach Austausch und Diskussion – auch unsere voyeuristische Ader wird befriedigt, wenn wir mal ehrlich sind.

Soziale Medien bieten einen riesigen Pool an Informationen und Daten, die du dir für das Marketing deiner Kita- und Schulfotografie nicht entgehen lassen solltest. Durch gezielte Werbekampagnen aber auch das sogenannte organische Marketing, also Marketing ohne Budget, lassen sich Nutzer in allen Lebenssituationen erreichen.

Zum Weiterlesen:
Social Media Marketing in der Schul- und Kindergartenfotografie II:
Facebook mit Budget.

Facebook – der Urvater der Sozialen Netzwerke

Facebook ist die Plattform, mit der alles anfing und auch heute noch die absolute Nummer Eins, wenn es um Userzahlen geht. 32 Millionen Nutzer hat Facebook alleine in Deutschland (Stand: November 2018), das sind mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung.

Außerdem ist Facebook allgemein am bekanntesten. Jede Generation lässt sich unter den Nutzern finden, ob Schuljunge oder Großmutter. Ein Paradies für Marketing. Die differenzierten Targetingoptionen machen es möglich, deine Zielgruppe bis ins kleinste Detail festzulegen. Du möchtest Frauen Mitte dreißig erreichen, die Kinder haben und sich für Kita- und Schulfotografie interessieren? Kein Problem.

Das sogenannte organische Marketing bezeichnet die Kunst, auch ohne Budget Nutzer zu erreichen. Zu Anfangszeiten des Social-Media-Marketings war das auf Facebook noch recht einfach. Seit einigen Jahren aber sinkt die organische Reichweite kontinuierlich. Ohne Moos ist schon länger nicht mehr viel los.

Trotzdem ist organisches Marketing aber Grundstein einer guten Social Media Präsenz. Denn hier geht es um die Relevanz der Inhalte. Die richtige Kombination von organischem Marketing und Facebook Ads ist das Geheimnis. In diesem Blogartikel werden wir dir einige Tipps und Tricks an die Hand geben, wie du deine Kita- und Schulfotografie auf Facebook interessant machst.

Aktive Nutzer der weltweit wichtigsten Social-Media-Plattformen (Stand: Januar 2018)

Die Unternehmensseite

Der erste und grundlegende Schritt für eine erfolgreiche Social-Media-Präsenz ist das Erstellen einer Unternehmensseite. Auf gar keinen Fall solltest du dein privates Profil für geschäftliche Zwecke nutzen. Das verstößt zum einen offiziell gegen die Facebook-Nutzungsbedingungen und ist zum anderen für Marketingzwecke schlicht unpraktisch.

Facebook beschränkt die Anzahl möglicher Freunde für private Profile auf 5.000. Das heißt, du würdest deine Reichweite von vornherein begrenzen. Außerdem kannst du in deinem privaten Profil kein Impressum angeben und deine Beiträge nicht bewerben. Auf der Facebook-Hilfeseite findest du weitere Informationen und Anleitungen zum Erstellen einer Facebook-Seite.

Es macht Sinn, alle deine Fotodienstleistungen, ob Kindergarten- und Schulfotografie, Hochzeitsshoots usw., auf einer Unternehmensseite zu bewerben. Denn mehrere Seiten bedeuten auch mehr Arbeitsaufwand. Außerdem werden deine Kunden so auch auf andere deiner Dienstleistungen aufmerksam. Eine Kundin, die bei dir Schwangerschaftsfotos gemacht hat, könnte sich zum Beispiel ein paar Monate später für Säuglingsfotos interessieren, und dich mit etwas Glück sogar einmal als Kindergartenfotografen empfehlen.

Worüber poste ich?

Social-Media-Marketing ist längst kein Geheimtipp mehr. Unzählige Unternehmen weltweit tummeln sich  auf Facebook. Jeden Tag werden Nutzer auf der Plattform mit unzähligen Beiträgen und Anzeigen konfrontiert. In dieser Informationsflut ist es wichtig, dass deine Posts herausstechen. Die Nutzer müssen einen Grund haben, deiner Seite zu folgen und sich deine Beiträge regelmäßig durchzulesen.

Infotainment

Zuerst einmal solltest du natürlich interessante Inhalte veröffentlichen. Wer nichts als Werbung postet, dem laufen die Fans schnell wieder davon. Denn das nervt und passt so auch so nicht zum Konzept Social Media. Bring deine Fans stattdessen zum Schmunzeln, zum Nachdenken oder zum Diskutieren.

Das Ziel im Social-Media-Marketing ist sogenanntes „Infotainment“, also Informationen in unterhaltsamer Form. Poste zum Beispiel witzige Fotos mit einem passenden Text oder auch deine Meinung zu einem Thema, das dich interessiert und etwas mit Kita- und Schulfotografie zu tun hat. Wichtig ist natürlich, dass du deine Inhalte den Interessen deiner Zielgruppe anpasst.

Biete Mehrwert

Mach den Nutzern deine Seite schmackhaft, indem du sie hin und wieder dafür „belohnst“, dass sie deine Facebook-Fans sind. Probiere es mal mit kleinen exklusiven Rabattaktionen oder Gewinnspielen. Oder stell einen Link zu Wallpaper-Downloads deiner Fotos zur Verfügung. So leitest du auch gleich Leute auf deine Website.

Wie sehen meine Posts aus?

Wenn ein Nutzer durch seinen Newsfeed scrollt, hast du nur einen Augenblick Zeit, ihn vom Innehalten zu überzeugen. Achte deshalb darauf, dass dein Post visuell ansprechend und übersichtlich aufgebaut ist.

Fürs Auge was Schönes

Ein gutes Foto ist das Rückgrat eines guten Posts, denn es fällt dem Betrachter zuerst ins Auge. Als Fotograf bist du selbst deine beste Quelle für qualitativ hochwertiges Bildmaterial.

Natürlich musst du dir vor der Veröffentlichung die schriftliche Erlaubnis der Fotografierten einholen. Falls du ein Kinderfoto posten möchtest, solltest du auf jeden Fall die schriftliche Einwilligungserklärung des Erziehungsberechtigten einholen. Verlass dich niemals auf mündliche Einwilligung!

Benötigt man für die Veröffentlichung und Verbreitung des Bildes auch die Einwilligung des abgebildeten Kindes?

Je nach Alter und Einsichtsfähigkeit bedarf es zur Veröffentlichung und Verbreitung von Kinderfotos – neben der Einwilligung der sorgeberechtigten Eltern – auch der Einwilligung des abgebildeten Kindes. Die notwendige Einsichtsfähigkeit des Kindes liegt dann vor, wenn dieses in der Lage ist, die Bedeutung und Tragweite seiner Einwilligung zu überblicken. In der Regel geht man davon aus, dass spätestens ab der Vollendung des 14. Lebensjahres von einer solchen Einsichtsfähigkeit ausgegangen werden kann. In diesen Fällen dürfen auch die sorgeberechtigten Eltern die Bilder, auf denen ihre Kinder abgebildet sind, im Internet nur dann veröffentlichen und verbreiten, sofern die Kinder damit einverstanden sind.

Quelle (Stand: 15. März 2019): Gulden Röttger Rechtsanwälte

Mehr Informationen zum Datenschutz seit der neuesten DSGVO findest du in unserem Artikel über 11 häufige Fragen zum Thema Datenschutz für Fotografen.

Falls du Schwierigkeiten hast, die Rechte zur Veröffentlichung deiner Fotos einzuholen, frag Freunde und Bekannte, ob du sie fotografieren darfst. Niemals solltest du auf Stock Photos zurückgreifen. Aber das versteht sich bei deiner Profession ja eigentlich von selbst.

In der Kürze liegt die Würze

Social Media ist kein Ort für Romane. Posts sollten kurz und kurzweilig sein. Bei zu langen Texten verlieren Nutzer schnell das Interesse. Konzentriere dich also aufs Wesentliche und drücke dich einfach aus. Im Idealfall kann der User alles Wichtige lesen, ohne auf „Mehr anzeigen“ klicken zu müssen. Je weniger Arbeit für den User, desto besser.

Du kannst auch Emojis benutzen. Sie stechen aus dem Text hervor und fallen im Newsfeed auf. Auch hierfür gilt: alles in Maßen. Zu viele Emojis können unprofessionell wirken. Du kannst deinem Post auch ein „Gefühl“ oder eine „Aktivität“ hinzufügen oder deinen Standort angeben – die Optionen sind vielfältig.

Mobilgeräte sind dein bester Freund!

87 % der Facebook-User in Deutschland nutzen die App auf ihrem Mobilgerät. Deshalb solltest du im Social-Media-Marketing unbedingt darauf achten, dass deine Beiträge auch auf der mobilen Version von Facebook gut aussehen. Die Fotos werden manchmal anders angezeigt und auch vom Text ist normalerweise weniger zu sehen.

Hashtags

Auf Instagram sind Hashtags sehr sinnvoll und beliebt. Sicher bist du ihnen schon öfter begegnet. Die Rede ist von mit je einem Rautezeichen versehenen Stichworten, die zum Thema des Posts passen. Auf Instagram etwa kann man dann einzelnen Hashtags folgen und so die entsprechenden Posts angezeigt bekommen.

Bei Facebook haben sich Hashtags nie wirklich durchgesetzt. Kaum jemand sucht bei Facebook gezielt nach ihnen. Und dafür sind sie schließlich ursprünglich gedacht.

Oftmals erzielen Posts auf Facebook mit zu vielen Hashtags sogar eine geringere Reichweite. Nutzer könnten im schlimmsten Fall auch von deinem Beitrag weggeleitet werden, indem sie auf das Hashtag klicken. Benutze sie deshalb in Maßen; wenn du ein eigenes Hashtag für eine Marketingkampagne oder ein Gewinnspiel erstellt hast zum Beispiel. In diesem Fall kannst du sie dann nämlich gut dazu verwenden, den Erfolg deiner Kampagne nachzuverfolgen. Mehr dazu in unserem Blogpost über Analyse von Facebook Werbeergebnissen.

Das richtige Timing

Wann?

Der interessanteste Post wird nicht viel bewirken, wenn du ihn mitten in der Nacht veröffentlichst. Je nach Tageszeit ist die Aktivität deiner Fans bei Facebook unterschiedlich hoch. Mit dem Page-Insights-Tool von Facebook kannst du Statistiken zur Useraktivität an verschiedenen Wochentagen und zu verschiedenen Tageszeiten einsehen. Versuche, immer zur „Prime Time“ deiner Seite zu posten, also dann, wenn die meisten deiner Fans aktiv sind.

Bei deinen Page Insights siehst du unter anderem, wann deine Fans bei Facebook auch wirklich online sind.

Wie oft?

Um das Interesse deiner User aufrechtzuerhalten, solltest du außerdem versuchen, täglich oder jeden zweiten Tag zu posten. Die Fans deiner Seite möchten schließlich regelmäßig Neues sehen.

Posts planen

Keine Sorge, du musst dir keinen Wecker stellen, um den perfekten Posting-Zeitpunkt zu erwischen. Auf Facebook kannst du Beiträge auch für später planen oder du nutzt ein externes Tool. Hootsuite bietet eine kostenlose Version seines Social-Media-Scheduling-Services an.

Interaktion ist der Schlüssel zum Erfolg

Der Erfolg deiner Kita- und Schulfotografie im organischen Marketing auf Facebook basiert auf der Interaktion, dem sogenannten Engagement (englisch ausgesprochen), das deine Beiträge erreichen. Diese Zahl ist im Grunde genommen noch wichtiger als die Gesamtzahl deiner Fans. Denn erst anhand der Interaktion siehst du, wie und ob deine Posts tatsächlich ankommen.

Denn: Facebook sortiert die Beiträge aus! Um den Newsfeed des einzelnen Nutzers nicht zu überladen, wählt Facebook gezielt die Beiträge von Seiten aus, mit denen Nutzer am meisten interagieren. Denn das gilt als Indiz für einen gewissen Mehrwert des Beitrags. Seiten mit geringer Interaktion erreichen ihre Fans so gut wie gar nicht mehr.

© Julia Buck, Fotoleben

Suche den Austausch

Es sollte also dein höchstes Gut sein, deine User dazu zu bringen, mit deinen Beiträgen zu interagieren. Damit sind Klicks, Likes, Kommentare und im besten Fall Shares gemeint. Stell Fragen und rege Diskussionen an.

Steige in die Diskussion mit ein

Wenn du Kommentare erhältst, solltest du nicht als stiller Beobachter im Hintergrund bleiben. Antworte auf die Kommentare deiner Fans und diskutiere mit ihnen oder like zumindest ihre Kommentare. Die Nutzer sollten das Gefühl haben, dass ihre Beiträge gelesen und beachtet werden.

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Facebook-Gruppen

Zur Kita- und Schulfotografie, aber auch zur Fotografie im Allgemeinen existieren viele Facebook-Gruppen, denen du beitreten kannst. In unserem Blogartikel über einen schwungvollen Start in die neue Saison findest du einige Beispiele. Dort kannst du nicht nur Erfahrungen mit anderen Fotografen austauschen, sondern oft auch mit potentiellen Kunden in Kontakt treten. Oft posten Kunden in solchen Gruppen nämlich Gesuche nach Fotografen.

Solltest du schon eine eigene Facebook-Gruppe für deine Kita- und Schulfotografie erstellt haben, kannst du diese auch mit deiner Facebook-Seite verbinden. Eine step-by-step Anleitung dazu findest du im Facebook-Hilfebereich.

Durch Gruppen erzielt man oft eine höhere Reichweite und die Kombination mit der Facebook-Seite ist deshalb ideal. Du kannst auch eine geheime Gruppe erstellen, der nur deine Kunden beitreten können. So hast du die Möglichkeit, spezielle Angebote oder Rabattaktionen wirklich nur für Kunden anzubieten.

Anfang Mai 2019 hat Facebook in der F8 Entwicklerkonferenz ein Redesign der Plattform angekündigt. Unter anderem sollen Gruppen in Zukunft gegenüber dem Newsfeed viel mehr in den Vordergrund rücken. Es wird also noch wichtiger werden, dass du in Facebook Gruppen aktiv bist und potenzielle Kunden so erreichst.

© PhotoArt Hübner

Unternehmen wird das Leben schwer gemacht

Im Januar 2018 hatte Mark Zuckerberg ein „neues Facebook“ angekündigt, das dem einzelnen privaten Nutzer ein besseres Erlebnis bieten soll. Es soll besonders darauf geachtet werden, dass nur für die Nutzer relevante Beiträge hervorgehoben werden.

Im Umkehrschluss heißt das, Unternehmen werden es in Zukunft schwerer haben, ihre Nutzer zu erreichen. Es ist also wichtiger denn je, den Dialog mit deinen Facebook-Fans zu suchen, um von Facebook nicht aus dem Newsfeed aussortiert zu werden.

Auch deswegen ist bezahlte Werbung von Facebook nicht mehr wegzudenken. Du musst hier keine Unsummen investieren. Mit 20 € und weniger kannst du zum Teil schon eine Menge erreichen. Als Ergänzung zum organischen Marketing solltest du diese Möglichkeit unbedingt in Erwägung ziehen. In unserem Blogbeitrag über Facebook-Marketing mit Budget erfährst du alles Notwendige dazu.

Du bist dir noch unsicher, wie du außerhalb von Social Media am Besten mit Kunden kommunizierst? Unser Blogpost über die richtige Kommunikation mit Kitas und Eltern hält ein paar hilfreiche Informationen für dich bereit.

Falls du noch Fragen oder Anregungen zum Marketing ohne Budget auf Facebook hast, teile sie mit uns und der Community. Hinterlass einfach einen Kommentar zum Facebook-Post über diesen Artikel!

Clara Biczkowski